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Karol

Sudolski

Visual Artist, Mailand

Der revolutionäre Visual Artist macht sich mit seinen von Videospielen inspirierten Visionen einen Namen in der Musikwelt.

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Karol Sudolski ist der passende Künstler für eine Generation, die mit visuellen Reizen großgeworden ist. Seinen Hyperfuturismus verbindet er mit einer zeitlosen Ästhetik. Von Musikvideos über Setdesign bis zu Websites: er ist in vielen Disziplinen zu Hause und überzeugt dabei immer mit seiner schillernden Schlichtheit ¬ – und er nimmt sich selbst nie zu ernst. „Meine Visuals haben keine tiefere Bedeutung. Sie bieten den perfekten Hintergrund für menschliche Gefühle“, erklärt Sudolski. „Ich will mit meinen Arbeiten zumindest Teile dieser unspezifischen Gefühlswelt darstellen.“

Abgesehen von seinem Grafikdesign-Hintergrund ist der Mailänder in erster Linie Autodiktat. „Ich habe mir selbst beigebracht, mit der ganzen Software zu arbeiten und so zu lügen, damit ich am Ende meine Miete bezahlen kann“, sagt er lachend. Und innerhalb kürzester Zeit hat er mit begrenzten Mitteln bereits Beachtliches erreicht.

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„Der Wendepunkt war, als ich auf die Leute von camerAnebbia kennengelernt habe“, erklärt Sudolski. „Sie haben mich an Projektionen von Bildern und Videoinstallationen herangeführt.“ Seine bekannteste Arbeit bis jetzt ist die Kollaboration mit der Elektro-Musikerin Sofia Gallotti. Die ehemalige Hälfte des Duos lori’s Eyes arbeitete für ihr visuell beeindruckendes Soloprojekt L I M mit Sudolski und Giorgio Calace zusammen. Daraus sind eine ganze Reihe von Videos und passenden Liveshow-Visuals entstanden, die für eine ganz neue Ästhetik im Musikbereich stehen. Das Video zu "Rushing Guy", das bei Nowness veröffentlicht wurde, ist ein fesselndes und beunruhigendes Porträt eines Gesichts, das sich ständig ändert. „Während der Arbeit mit Sofia habe ich gemerkt, dass ich Dinge machen kann, die perfekt zur Musik passen, auch wenn ich von Musik an sich nicht viel verstehe“, so Sudolski.

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Sudolski beschreibt seine Arbeiten als „klar strukturierten Mix aus bunten und strahlenden Störungen, die sich in perfekter Harmonie bewegen“. Inspiriert wird er von japanischen Animes, Physik – und vor allem von Videospielen. „Ich war schon immer fasziniert von den Störungen in der digitalen Welt: die fehlerhafte Interpretation polygonaler Formen, die meist leer oder transparent wirken; Strukturen, die sich selbst spiegeln und ein Bild ergeben, das wie eine Rorschach-Zeichnung anmutet“, sagt er.

Für den mittlerweile etablierten Visual Artist werden sich 2018 neue Chancen bieten, noch weitere kreative Risiken einzugehen. „In der nächsten Zeit möchte ich erst einmal ein paar persönliche Projekte fertigstellen und all die kleinen Fetzen und Versatzstücke auf meiner Festplatte zu einem großen Projekt zusammenfügen. Und es gibt einige Musiker, mit denen ich gerne mal zusammenarbeiten würde.“ Doch noch verrät er nicht, wer das ist. So bleibt uns nur gespannt abwarten.